Am 05.03.2019 fand der erste Ethikworkshop des Projektes NIKA statt.
NIKA hat sich zum Ziel gesetzt mit drei Roboterplattformen im häuslichem Umfeld von Senioren zu agieren. Hierzu haben sie Pepper als humanoiden Roboter, Miro als Roboterhaustier und einen Staubsaugerroboter.
Ziel des Ethikworkshops war es moralische Herausforderungen in Zusammenhang mit den Anwendungsfällen zu identifizieren und darzustellen. Hierzu wurden am Vortag drei Anwendungsfälle für die Roboter definiert:

  1. Aktivierung
    a. Spiele
    b. Termine vorschlagen
  2. Terminkalender
    a. Termine Einstellen und Löschen
    b. Erinnerung an Termine
  3. Kognitives Training
    a. Gedächtnistraining
    b. Motivation zum Gedächtnistraining

Analysiert wurden die Anwendungsfälle mithilfe der „Ethical Matrix“ welche innerhalb des INTEGRAM Projektes von Mepham und Zinsmaier entwickelt wurden. Hierbei geht es darum die Worst-Case Szenarien für die unterschiedlichen Stakeholder (Nutzer, Pflegekraft, Nachbar, Angehörige und Sonstige) zu definieren. Dazu wurden die Kategorien Autonomie, Wohlergehen, Gerechtigkeit, Privatheit und Sonstiges bezüglich ihrer potentiell moralisch problematischen Ausgestaltung im jeweiligen Anwendungsfall untersucht (Generierung von Worst Case Szenarien). Ziel eines solchen Vorgehen ist es moralische Probleme von technischen Anwendungen vor dem eigentlichen Einsatz zu identifizieren, damit schon in einer frühen Phase der Entwicklung aktiv dagegen vorgegangen werden kann.

Aufbauend auf dieser Matrix wurde eine Geschichte entworfen, welche möglichst viele der Worst-Case Szenarien enthält (siehe Bild unten). Diese wurde später den Workshop Teilnehmern präsentiert und mit diesen diskutiert.

Insgesamt war der Workshop sehr anregend und hat allen Teilnehmern die moralischen Herausforderungen bei der Entwicklung von und mit robotischen Systemen aufgezeigt. Thematisch stellen sich Fragestellungen um die Spannung von Autonomie vs. Wohlergehen und Fragen bezüglich der Privatsphäre und des Datenschutzes als besonders virulent heraus. Gerade bei Senioren besteht oftmals die Gefahr in paternalistischen Dimensionen zu denken, ohne zu hinterfragen, ob und inwiefern dies in die Autonomie und Selbstbestimmtheit von diesen Personen eingreift. Damit robotische Systeme im Umgang mit Menschen eine gewisse Akzeptanz erreichen, ist es wichtig solche Workshops durchzuführen und die Probleme klar zu benennen und umsetzbare Lösungen zu entwickeln. Nur so kann an den Bedarfen der Nutzer entlang entwickelt werden ohne in ethische Konflikte zu gelangen.