Am 16. und 17. September 2020 fand die 3. Clusterkonferenz „Zukunft der Pflege“ statt. Der ursprünglich in Nürnberg im Pfelegpraxiszentrum geplante Kongress wurde dieses Jahr –  bedingt durch die Corona-Pandemie – erstmalig im virtuellen Raum durchgeführt. Und NIKA war mit einem Vortrag sowie zwei Posterpräsentationen gleich drei Mal vertreten!

Mit dem Titel „Kann digital Pflege?“ nahm die 3. Clusterkonferenz die Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten des digitalen Wandels für die Pflege in den Blick. Auf insgesamt drei digitalen Bühnen konnten sich sowohl Praxisprojekte als auch Forschungsprojekte, die sich mit Aspekten von Technik im pflegerischen Alltag auseinandersetzten, vorstellen und mit dem Publikum austauschen. „NIKA“ hat sich im Frühjahr mit drei Beiträgen beworben, wovon alle drei für den Kongress angenommen wurden. Somit erhielt „NIKA“ die Möglichkeit, die im Rahmen des Projekts gewonnenen Erkenntnisse. Erfahrungenund Studienergebnisseeiner breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg hat gemeinsam mit dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften an der Universität Tübingen den Beitrag „Robotische Systeme in der Praxis der Altenhilfe – ethische Reflexionen zur Pflege und Betreuung älterer Menschen“ eingereicht. In Form eines Vortrags beleuchtete die Projektmanagerin Sabine Schacht ethische und soziale Aspekte zum Einsatz von Robotik in der Pflege im Bereich der Altenhilfe. Es ging dabei um die Interaktion von guter Technik und guter Arbeit. Wie können Assistenzroboter sinnvoll zum Einsatz kommen und dabei zum Einen die Autonomie der pflege- / betreuungsempfangenden Person wahren und zum Anderen den Pflegepersonen / Betreuungsassistenten Unterstützung anbieten? Es wurde deutlich, dass die Roboter wesentlich dazu beitragen können, ältere Menschen zu aktivieren und zu fördern – und dies auf körperlicher, sowie mentaler Ebene. Somit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum guten Altern. Der Vortragenden war es außerdem wichtig, das heterogene Spektrum der beteiligten Akteure hervorzuheben: Pflegefachkräfte, Pflegehelfer*innen, Alltagsbegleiter*innen und Betreuungsassistent*innen – sie alle bemühen sich um den älteren Menschen und bringen unterschliedliche Kenntnisse und Fertigkeiten mit in die Praxis. Es gilt, diese Gruppe, gerade in ihrer Heterogenität und mit ihren diversen Zugängen zur Pflege, zu fördern. Letztlich lässt sich schlussfolgern, dass sich der Einsatz von Robotik in der Altenhilfe sowohl für den älteren Menschen, als auch für die Pflege-/Betreuungspersonen erfolgsversprechend gestalten kann.

Gemeinsam mit „C&S Computer und Software GmbH“ setzte sich das Wohlfahrtswerk zudem mit dem Thema „Finanzierungsmodelle von Robotik in der Pflege“ auseinander. Robotische Systeme werden für den Einsatz in der Pflege immer bedeutender und gleichsam kontrovers diskutiert. Eng damit verbunden sind bisher ungeklärte Fragen der Finanzierung. Im Rahmen von NIKA werden mögliche Geschäftsmodelle untersucht, die eine Einführung von Robotik in der Pflege erleichtern und damit auch wesentlich zur Akzeptanz bei Stakeholdern und Nutzer*innen beitragen können. Im Zuge der Postersession am 17. September präsentierte das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg in Person von Ingrid Hastedt , Vorsitzende des Vostands,  und Tibor Vetter, Projektleiter Abteilung Forschung & Entwicklung, das Thema.

Bei der Postersession war ebenso das IAT der Universität Stuttgart vertreten. Thematisiert wurde der technische Aufbau einer Kombination aus Roboter und Sprachassistent. Der tierähnliche Roboter MiRo wurde dabei mit einem Amazon Alexa Show Gerät kombiniert und synchronisiert, so dass eine Spiel- Interaktion über Sprache und Berührung möglich wurde. Somit konnten die Funktionen und damit die Einsatzmöglichkeiten des Roboters erweitert werden.