Project Description

Die Alternativ-Evaluation

Im Herbst 2020 führte das NIKA Konsortium unter Federführung des Wohlfahrtswerks eine alternative Evaluation durch. Die Herausforderung war es, möglichst kontaktlos Feedback zum Entwicklungsstand der Roboter und der Interaktionsstrategien zu bekommen. Auf Grundlage der User Experience Concept Exploration wurde somit eine kontaktlose, qualitative und explorative Evaluation durchgeführt. Da die Roboter nicht direkt in den Einrichtungen getestet werden konnten, stand bei dieser Evaluation das Feedback zum erarbeiteten Konzept im Fokus:

  • Überprüfung der erarbeiteten Charaktere „NIKA“ und „NIKO
  • Überprüfung der Personas
  • Rückmeldungen der Nutzer*innen zu den drei Robotern „Pepper“, „Miro“ und „Roomba“ im häuslichen Umfeld
  • Überprüfung des Quizkonzepts, der erarbeiteten Kategorien und Quiz-Fragen
  • Exploration der Möglichkeiten des Einsatzes von Robotik im Rahmen der Biografiearbeit

Dies wurde mittlels Interview im Vorfeld, einer ausführlichen Tagebuchstudie und eines ausführlichen Interviews am Ende der Evaluation überprüft. Das Herzstück war das NIKA-Tagebuch: Hier wurden die Proband*innen nach und nach in das Konzept eingeführt, die Charaktere der Roboter und mögliche Nutzungs-Szenarien vorgestellt. Die Proband*innen sollten sich über sieben Tage lag intensiv mit dem Konzept und der möglichen Nutzung in ihrem Alltag beschäftigen.

Dabei war es wichtig, den Proband*innen einen möglichst klaren Eindruck der Charaktere und der Nutzungsszenarien zu vermitteln, damit sie diese Vorstellung gut und einfach in den Alltag integrieren konnten.

Am Ende wurden ausführliche Interviews durchgeführt, um einige Aspekte aus den Tagebüchern nochmals vertiefen zu können.

Mit Hilfe dieser alternativen Evaluation konnten somit erste Rückmeldungen bei den Nutzer*innen eingeholt werden. Insgesamt zeigte sich, dass sich das NIKA-Team in der Entwicklung auf einem guten Weg befindet. Sowohl die entwickelten Charaktere, als auch die Personas konnten bestätigt werden. Feinheiten in den Rückmeldungen der Nutzer*innen dienen dazu, die Charaktere und das Quiz-Konzept im Projekt-Verlauf weiter zu entwickeln. Besonders hervorzuheben ist, dass alle Proband*innen den menschenähnlichen Roboter – Pepper – deutlich bevorzugen, wenn es um die Integration und Begleitung in ihrem Alltag geht. Gewünscht wird ein „Kompanion“, der einen begleitet, unterstützt und auf Augenhöhe ist. Insbesondere das Quiz-Spiel ist in den Augen der Proband*innen nur mit Pepper möglich. Die Evaluation bietet auch erste Hinweise für den Einsatz eines humaoiden Roboters für die Biografiearbeit. Er wurde von allen Proband*innen gegenüber MIRO und dem Staubsaugerroboter bevorzugt und sie waren, entgegen der oft vorherrschenden Meinung, ältere Menschen seien Robotern gegenüber eher skeptisch, einem Einsatz des Roboters gegenüber sehr aufgeschlossen.

Die erste Erkenntnisse aus der Alternativ-Evaluation fließen nun in die Weiter-Entwicklung der Roboter ein. Und sofern Corona es zulässt, werden die Roboter bald die Bewohner*innen und Gäste unserer Einrichtungen besuchen!